Zeitstrahl
sagte der Offizier zu dem Forschungsreisenden und überblickte mit einem gewissermaßen bewundernden Blick den ihm doch wohlbekannten Apparat.
01.08.2019
Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses: Berlin übernimmt Verantwortung für seine koloniale Vergangenheit
Das Berliner Abgeordnetenhaus beschließt die Entwicklung eines gesamtstädtischen Aufarbeitungs- und Erinnerungskonzepts zur Geschichte und den Folgen des Kolonialismus in Berlin. Von der Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe wurden für 2020/21 jährlich 250.000 Euro für die Koordinierungsstelle bei Decolonize Berlin e. V. zur Verfügung gestellt. Mit diesen Mitteln hat die Koordinierungsstelle die Partizipation aller beteiligten Akteur*innen aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und städtischen Institutionen für die Erarbeitung des Konzeptes organisiert.
01.01.2020
Kick-off-Veranstaltung für ein gesamtstädtisches Aufarbeitungskonzept zu Berlins kolonialer Vergangenheit
Der offizielle Startschuss für das Projekt erfolgte mit einem Event am 15. Januar 2020, auf dem die Ziele und das Vorgehen der Koordinierungsstelle vorgestellt wurden. Ziel des Konzepts ist es, Anstöße für Dekolonialisierungsprozesse zu geben und konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die auf Bezirks- und Landesebene umgesetzt werden können. Bei der Veranstaltung diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft gemeinsam die ersten inhaltlichen Eckpunkte und erarbeiteten in drei Arbeitsgruppen erste Ideen und Anknüpfungspunkte für die Bereiche Bildung, Wissenschaft, Kunst, Kultur, Erinnerung und Erzählung sowie Stadtgesellschaft und Gerechtigkeit.
01.08.2020
Zivilgesellschaftliches Open Space: Black Power. White Sharing. Was heißt „Berlin gemeinsam dekolonisieren“?
Vom 8. bis zum 9. August 2020 tauschten sich rund 40 Personen über unterschiedliche Aspekte von Dekolonialisierung aus. In diesem selbstorganisierten Format gestalteten die Teilnehmenden die Tagesordnung. Aktivist*innen und Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft diskutierten über die Notwendigkeit der Anerkennung des Völkermords an den OvaHerero und Nama sowie über Erinnerungskonzepte, die Rolle der Medien und Ansatzpunkte im Bereich der (außer-)schulischen Bildung sowie Ressourcen-Sharing. Die Ergebnisse flossen in die Vorbereitung der Zukunftskonferenz im September 2020 ein.
01.09.2020
Zukunftskonferenz: Gemeinsam Berlin dekolonisieren!
Bei der zweitägigen Zukunftskonferenz am 15. und 16. September 2020 in Berlin, die analog und digital stattfand, wurde die für große Gruppen geeignete Diskussionsmethode World-Café angewendet. In den Themenbereichen Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, Erinnerung und Erzählung sowie Stadtgesellschaft und kommunale internationale Zusammenarbeit wurden dabei weitere konkrete Maßnahmen und Forderungen für das gesamtstädtische Konzept erarbeitet. Darüber hinaus wurde der Austausch der Teilnehmenden durch Paneldiskussionen mit Vertreter*innen aus der Politik und der Zivilgesellschaft vertieft. Hier wurde gemeinsam über die Chancen und Herausforderungen für das gesamtstädtische Konzept zur Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Berlins aus den verschiedenen Perspektiven diskutiert, zudem wurden Möglichkeiten erörtert, wie das Wissen der Community und der People of African Descent (PAD) sowie zivilgesellschaftliche Perspektiven noch stärker in der Mehrheitsgesellschaft, in der Verwaltung und in der Politik verankert werden können. Auch die konkrete Umsetzung der Perspektive einer dekolonialen Stadt stand im Fokus der Veranstaltung.